Schüler mit Migrationshintergrund im Homeschooling

WETZLAR. Viele Schüler befinden sich momentan im Homeschooling. Die neuen Herausforderungen und Aufgaben gelingen den verschiedenen Schüler*innen der diversen Jahrgangsstufen und Bildungswegen unterschiedlich gut. Aber was ist mit den geflüchteten Schülern an unseren Bildungseinrichtungen? Von ihnen hört man leider nur wenig. Dieser Artikel soll die teils prekäre Situation junger Geflüchteter beleuchten.

Die Integrationslotsen der Malteser Wetzlar betreuen auch unter den aktuellen Umständen geflüchtete Menschen. Wir haben mit ihnen gesprochen und uns verscheidenen Eindrücke zur Situation im Homeschooling verschafft.

Sie berichten sehr unterschiedliche Dinge aus den verscheidenen Bildungseinrichtungen. Ein Grundschüler und seine Familie erzählen von großartigen Leistungen seiner Lehrerinnen, der es gelingt, den Unterricht leistungs- und zielgruppengerecht anzubieten. Außerdem steht sie den Schülern und Eltern telefonisch bei Fragen oder Probleme zur Seite.

Aber auch die Möglichkeiten des leistungsangepassten Unterrichts finden im Homeschooling ihre Grenzen – egal ob technisch durch überlastete Lernplattformen oder durch Lehrer, die von der Corona-Pandemie einfach überrumpelt wurden. Schüler*innen berichten von fehlendem Feedback und unübersichtlichem eMail-Verkehr. Auch Aufgabenstellungen sind oft nur schwer ohne Unterstützung zu verstehen, da die Schüler noch nicht lange mit der deutschen Sprache Kontakt hatten. Die Formulierungen einzelner Lösungen fallen ihnen ebenfalls in Schriftform schwerer als mit gesprochenem Wort. 

Fehlendes technisches Gerät, wie z. B. PCs oder Laptops, kommt erschwerend hinzu und macht die Teilhabe am Unterricht ungleich schwerer. Jedoch gelingt es einigen Schülern sich selbst zu organisieren und untereinander für Lösungsaustausch zu sorgen. In kleinen Gruppen nutzen sie verschiedene Medien, um sich gegenseitig zu unterstützen. Auch die Betreuung der befragten Kinder ist rund um die Uhr sichergestellt, wenngleich den Eltern leider oft sprachliche und fachliche Kentnisse fehlen, um ihre Kinder zu unterstützen.

Trotz des teilweisen positiven Umgangs der Schüler mit den Herausforderungen, lässt die Situation oft eine größere Bildungslücke zwischen geflüchteten und einheimischen Kindern entstehen. Auch Erhard Degen, pensionierter Lehrer und Intergationslotse der Wetzlarer Malteser, sieht dies kritisch: „Diese Gegegebenheiten missachten das Gebot der Gleichheit der Bildungschancen“. Auch eine „Beinträchtigung der Integrationschancen“ empfindet der ehemalige Lehrer als schwerwiegendes Problem, dass duch politisches Handeln bekämpft werden müsse.